felderbriefe.at - Bezau http://felderbriefe.at/taxonomy/term/74/0 de VON BARTHOLOMÄ MEUSBURGER AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-bartholom%C3%A4-meusburger-aus-bezau <div><span class="date-display-single">15. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Herrn Fr. Michael Felder in Schoppernau</p> <p>Die Mitglieder der Vereinssennerei Platz in Bezau haben in der Generalversammlung vom 12 Dzbr 1868 beschlossen: Ihnen ihre Anerkennung u. Dankbarkeit auszusprechen, für die Verdienste die Sie sich um den Bregenzerwald, durch Einführung des Gedankens der Bildung eines Käseproduzenten Vereins er­worben.</p> <p>Indem die übereinstimmende Überzeugung dahin ging, daß ohne Ihr unermüdetes Wirken, kein Käsehandlungs-Verein bestehen würde, bin ich beauftragt, Ihnen mitfolgende Uhr als ein Zeichen unserer Dankbarkeit im Namen der Vereinssennerei Platz zu übergeben, welchen Auftrage ich mich hiemit entledige.</p> <p>Bartholomä Meusburger Geschäftsführer</p> </div> <div> </div> Bartholomä Meusbruger Bezau Franz Michael Felder Wed, 15 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 736 at http://felderbriefe.at VON MARGARETHA FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-margaretha-feuerstein-aus-bezau-0 <div><span class="date-display-single">10. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Verehrter Freund!</p> <p>Der Josef lächelte daß ich mir nicht wollte von ihm das Vergnügen rauben lassen, beiliegendes mir übergebenes Geld 40 fl selbst an Sie zu senden. Es sind Beweise aufrichtiger Theilnahme von meiner Mamma u. den Familien Bayer/:Byr:/ Froschauer, Begg u. Kaiser von Bregenz. Ich werde schon vorläufig bei meiner Mutter u. meiner Freundin der Frau Rittmeister Bayer, durch deren Verwendung bei ihren Eltern, Verwandten u. Bekannten ich dieses Geld erhielt, Ihren Dank abstatten. Wir sind immer im Geiste an Ihrem Krankenbett, u. fühlen nun auch das Unerträgliche der Langsamkeit Ihrer Post. Wie sehr würden wir uns freuen Sie bald wieder bei uns zu haben! Alles Schöne von Josef an Herrn Adjunkt Moosbrugger, u. herzliche</p> <p>Grüße von ihm u. mir an Sie u. Ihre gute Mutter.</p> <p>Mit dem herzlichen Wunsche recht baldiger Genesung</p> <p>Ihre aufrichtige Freundin Margaretha Feuerstein.</p> </div> </div> <div> </div> Margareta Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Fri, 10 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 732 at http://felderbriefe.at VON MARIA ANNA FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-maria-anna-feuerstein-aus-bezau <div><span class="date-display-single">10. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Geehrter Hr Felder!</p> <p>Von Ihrem Unwohlsein in Kenntniß gesetzt, u. den herzlichsten Antheil nehmend, erlauben wir uns, da wir Ihnen keine persönli­chen Dienste thun können, beigelegte 5 fl als ein Zeichen der Achtung zu senden, u. bitten es nicht zu verschmähen. Wie würden wir uns freuen wenn wir bald wieder ein gemüthliches Stündchen mit einander verblaudern könnten. Vertrauen Sie auf den Ib. Gott, dem wir Ihre teure Gesundheit in unserm täglichen Gebete anempfehlen. Herzlich grüßt Sie die Ib. Mutter u. Schwester u. mit Achtung</p> <p>M. Anna Feuerstein.</p> </div> <div> </div> Maria Anna Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Fri, 10 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 733 at http://felderbriefe.at VON JOSEF FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-josef-feuerstein-aus-bezau-10 <div><span class="date-display-single">6. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Freund!</p> <p>Juhei! freigesprochen! so möchte ich dir heute, nach dem ich deinen Brief gelesen auch jubelnd zurufen, denn ich habe offen gesagt doch große Besorgniß für dich gehabt, obwohl ich eigentlich persönlich deinen Zustand nichtfür gefährlich ansah so machte mir doch das Reden der Leute bange. Dein Brief ist eben noch rechtzeitig angekommen, sonst hätte ich an&nbsp; Schwager Moosbrugger&nbsp; nach&nbsp;&nbsp; Bludenz&nbsp; einen&nbsp; etwas scharf gefärbten Brief geschrieben, so, daß er jedenfalls wahrscheinlich schnell heruntergekommen wäre. Ich bin mit deinem Entschluß vollkommen einverstanden, u. hoffe daß deine Besserung recht schnell vor sich gehe, u. du mich wieder recht bald besuchen werdest. Inzwischen freut es mich wenn du mirfleißigeinige Worte dicktirst. Ich sehe durch dieselben dein ganzes Befinden deutlich vor mir oder ich fühle es; ich glaube ich könnte dir zimmlich genau sagen wievielmal der Puls pr Minute während des Diktirens geschlagen. Die Fliegenden Blätter kann ich dir erst bis in ein par Tagen schicken, da sie noch beim Doktor in Egg sind. Vor der Hand sende ich dir hier die Leuchtkugeln. Du wirst dich nicht ärgern über den hie u. da etwas bedenklichen Inhalt, u. das Mägdle soll dieselben halt beileibe nicht lesen. Also gute Besserung u. viele Grüße von der Margreth, Karl und Deinem Freund Josef Feuerstein Felder von Alberschwende war heute hier und erzählte die inperti­nenten Witze u. Grobheiten, die er bei dir gemacht er meinte aber du habest alles als pure Freundschaft sehr wohlgefällig aufgenom­men, als ihr kennt euch noch nicht! er ist übrigens dir doch ungemein anhänglich und wollte morgen zum Dr. Waibel um ihm dein&nbsp; Befinden&nbsp; mitzutheilen,&nbsp; ich werde ihm aber heute noch schreiben.</p> </div> </div> <div> </div> Josef Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Mon, 06 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 731 at http://felderbriefe.at VON JOSEF FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-josef-feuerstein-aus-bezau-9 <div><span class="date-display-single">5. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Freund!</p> <p>Auf meiner Rückreise gestern Nacht dachte [ich] über die von dir gemachte Aeußerung: daß du zu Dr. Greber schon Zutrauen hättest, daß du aber noch einige Tage zuwarten wollest nach, u. es schien mir dieser Entschluß doch einigermassen unzweckmäßig. Dr. Greber würde es jedenfalls freuen, wenn du ihm das Zutrauen schenkst, u. du sagtest früher immer selbst, wenn man jemandem Gelegenheit geben könne uns eine Gefälligkeit zu erweisen, so solle man es thun, dadurch mache man sich die Leute verbindlich. Nun aber warum noch ein paar Tage zögern, das Fieber ist jedenfalls stark, könnte vielleicht hiziger Natur, kurz anderen Charackters sein als Chirurg Dünser meint kurz Zwei verstehen mehr als Einer, u. einen Freundesdienst soll man nicht zurück­weisen.</p> <p>Entschließe dich also kurz dem Dr. Dünser mitzutheilen daß du den Dr. Greber beigezogen wünschest, derselbe wird gleich kommen, u. ich werde ihm schon sagen daß er mit Dr. Dünser freundschaft­lich u. entgegenkommend verhandle u. berathe. Schreibe oder Dicktire mir sogleich wieder einige Worte, schicke mir den Brief aber durch einen extra Bothen nicht durch die lumpige Post.</p> <p>Ich habe Eile der Both will gehen, viele Grüße von der Margreth u. mir.</p> <p>Dein Freund Josef Feuerstein</p> </div> </div> <div> </div> Josef Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Sun, 05 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 729 at http://felderbriefe.at VON JOSEF FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-josef-feuerstein-aus-bezau-8 <div><span class="date-display-single">1. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Freund!</p> <p>Ich habe dich vergeblich am Sonntag erwartet u. mußte aus deinem Ausbleiben schließen daß dein Unwohlsein noch nicht gehoben sei, ich hoffe jedoch, daß sich seitdem die Sache gebessert. Die Versammlung am Montag war gegenüber der im Lamm etwas mat indem Pr. Elsensohn den prahlerischen Ankündigungen die er gemacht durchaus nicht entsprach; er ist kein Redner u. wird auch nie einer werden. Über den Inhalt der Rede selbst kannst du näheres erfahren von Kurat Herzog in Rehmen, derzufälliger Weise im Garns logirte.</p> <p>Dr. Greber kam zu spät, konnte weil er keine Vorbereitungen über vorzunehmende Experimente gemacht, seinen in letzter Versamm­lung begonnenen Vortrag nicht fortsetzender hatte nämlich vor über die Schallbewegung einen Vortrag zu halten:/ sondern trug die Lehre vom Globus vor. Bei der nächsten Versammlung mußt du uns wieder herausreißen das heißt eine tüchtige Rede halten, ich kündige es dir jetzt schon an. Damit du dich darnach zu halten weißt.</p> <p>Es ist sehr daran gelegen, daß der Eindruck der Ersten Versammlun­gen ein guter sei, deßwegen müssen wir uns besonders in erster Zeit zusammen nehmen.</p> <p>Es wäre ganz erwünscht wenn du Moosbrugger oder einen ändern tüchtigen Redner bestimmen könntest, bei Gelegenheit einen Vortrag zu halten.</p> <p>Approbos Peter Greber hat mir gesagt, daß ihr in Schalzbach eine Vereinssennerei zu errichten bemüht seid, die aber etwas klein werde.</p> <p>Daran ist das erste Jahr nichts gelegen, den Preis den die ändern bezahlt bekommen bringet ihr doch leicht heraus und es kann gar nicht fehlen der Milchkäufler muß mit der Zeit gegen die Vereins­sennerei unterliegen; deßwegen rüstig ans Werk.</p> <p>Ich habe nicht mehr Zeit weiter zu schreiben, lebe wohl es grüßt dich</p> </div> <p>dein Freund Josef Feuerstein</p> </div> <div> </div> Josef Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Wed, 01 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 726 at http://felderbriefe.at VON JOSEF FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-josef-feuerstein-aus-bezau-7 <div><span class="date-display-single">26. März 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Felder!</p> <p>Karl ist glücklich von Schoppernau angekommen u. sein Geldbrief hinten nach. Durch denselben habe ich leider dein Unwohlsein erfahren. Heute ging Karl zu Dr. Greber und erstattete ihm Bericht über dein Befinden. Er findet die Sache sehr ungefährlich, meint es sei nur ein Magencatarr gab ihm die Pulfer die hier mitfolgen, u. läßt dich grüßen, du sollest nur herauskommen, dich aber recht warm anziehen u. besonders den Hals gut schützen, dann schade es dir nichts - „gar nichts".</p> </div> <p>Nach meiner Ansicht mußt du deinen Zustand selbst beurtheilen u. dich hiernach richten, freuen würde es uns schon wenn du kämest. Hr. Elsensohn hat zu seinem Vortrage das Thema der Geschichte des Bregenzerwaldes gewählt.</p> <p>Wie ich erfahren haben die Kapuziner bei Weißgärbers Bücherun­tersuchung gehalten, u. haben gefunden, daß das Lesen von guten Büchern Legenden etc. viel besser wäre, sind aber abgewiesen worden.</p> <p>Wie ich Gelegenheit habe zu bemerken, werden die Agitationen gegen den Leseverein beginnen.</p> <p>Wir lesen jetzt dein Schwarzokaspale u. ich habe dich u. deine Selbstbiografie durch dasselbe wieder näher kennen gelernt. Dein Erstlingswerk gefällt mir übrigens ganz gut, und wird namentlich bei jenen, die das Leben des Bregenzerwälders gerne auch im Bilde wiedersehen mit Freude gelesen werden. Mit vielen Grüßen</p> <p>Dein Freund Josef Feuerstein</p> </div> <div> </div> Josef Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Schwarzokaspale Thu, 26 Mar 2015 08:00:00 +0000 st 722 at http://felderbriefe.at FRANZ MICHAEL FELDER AN KASPAR MOOSBRUGGER http://felderbriefe.at/brief/franz-michael-felder-kaspar-moosbrugger-26 <div><span class="date-display-single">14. März 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Freund!</p> <p>Seit dem Abgange meines letzten Briefes an Dich bin ich fast immer hier, wo ich mich mehr und mehr daheim fühle. Ich bin nicht müßig, doch werde ich ein anderes Mal mehr von meinen Taten erzählen. Heute will ich nicht von Wollen und Handeln, sondern von Schreiben und Sandeln reden. Der erste Band meiner Selbstbiographie ist fertig. Du erhältst ihn mit der Bitte, ihn aufmerksam durchzulesen, gefundene Schreibfehler zu verbessern und mir sobald als möglich Dein Urteil über das Ganze zukommen zu lassen. Du wirst das Ganze mit viel - ja vielleicht nur mit zu vieler Liebe und Hingebung ausgearbeitet finden. Vergiß nicht, in welcher schweren Zeit es entstand und [wie es] mir zum festen Punkte war, an dem ich mich zu halten suchte. Wenn Du das Werk gelesen und mir darüber geschrieben hast, komme ich hinauf, und dann können wir über die Ver­öffentlichung und sonst noch über vieles sprechen. Im hiesigen Leseverein hab ich vorletzten Sonntag eine größere Rede gehalten. Ich sprach über die Art, wie jedes Buch, besonders schöne Werke mit bleibendem Nutzen zu lesen seien, und erntete genug Beifall. Hier ist nun ein Punkt geschaffen, von dem aus man aufs Ganze wirken kann. Möch­test nicht auch Du einer der Unsern sein und einmal eine Rede halten?</p> <p>Wir müssen noch von der Sache sprechen. Jetzt sind wir für [die] Errichtung eines landwirtschaftlichen Zweigvereins tätig und tragen schon den Gedanken an eine kleine Versuchsstation in uns herum. Ich habe soeben einen Aufruf ausgearbeitet, den Du in Briefform erhalten sollst. Ich muß schließen, denn ich will heute noch heim.</p> </div> <p>Mit Gruß und Handschlag</p> <p>Dein Freund&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; F. M. Felder</p> </div> <div> </div> Franz Michael Felder Bezau Kaspar Moosbrugger Sat, 14 Mar 2015 08:00:00 +0000 st 715 at http://felderbriefe.at AUFRUF AN DIE BAUERN DES HINTERBREGENZER¬WALDES ZUR GRÜNDUNG EINES LANDWIRTSCHAFT¬LICHEN ZWEIGVEREINS http://felderbriefe.at/brief/aufruf-die-bauern-des-hinterbregenzer%C2%ACwaldes-zur-gr%C3%BCndung-eines-landwirtschaft%C2%AClichen-zweigver <div><span class="date-display-single">8. März 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Geehrter Herr</p> <p>Sie haben es gewiß mit Freuden begrüßt daß unsere hohe Regierung sich mit so vieler Theilnahme landwirtschaftlichen Fragen zuwen­det und in der Hebung des Ackerbaues und der Alpen Wirtschaft eine ihrer wichtigsten Aufgaben sieht. Noch werden die Natur­kräfte, die auch dem Landwirthe dienstbar sind, von den wenigsten so ausgenützt und beherrscht wie es zum Wohle der Gesellschaft und des Einzelnen zu wünschen wäre. Es dürfte auch noch lange beim Alten bleiben wenn nicht die besten Kräfte sich zusammen­thun, um durch Wort und That jedem die Vortheile zu zeigen, welche ein landwirthschaftlicher Betrieb gewährt, welcher mit ausdauerndem Fleiß auch richtige Erkenntniß der hier waltenden Naturgesetze verbindet.</p> <p>Die hohe Regierung hat, dieses erkennend, landwirtschaftliche Vereine nach Kräften zu unterstützen, ihre gemeinnützigen Zwecke zu fördern gesucht. Sie sieht in diesen Körperschaften die Vermittler zwischen Theorie und Praxis welche die Arbeit der Wissenschaft, wo diese vortheilhaftes an den Tag fördert, zum Gemeingut machen können und will ihrer Thätigkeit mit zu Gebothe stehenden Mitteln förderlich sein.</p> <p>Auch in Vorarlberg ist durch das Zusammenwirken einsichtiger auf das allgemeine Wohl bedachter Männer schon vor Jahren ein landwirtschaftlicher Verein entstanden. Im Bregenzerwalde war leider bisher die Theilnahme noch keine so große, wie sie die Wichtigkeit des Vereins für das rein auf Landwirthschaft angewie­sene Aachthal erwarten und wünschen ließ. Der Grund hiefür ist doch wohl weniger ein Verkennen der Nützlichkeit des Vereins, oder die Neigung, ruhig beim alten zu bleiben während andere rüstig auf neueröffneten Bahnen vorwärts schreiten, sondern die Erwägung, daß die von uns betriebene Milchwirtschaft neben ändern Zweigen des Vereins nicht jene Beachtung und Pflege findet, welche sie uns zu verdienen scheint.</p> </div> <div> <p>Kann aber das anders werden, wenn wir uns zurückziehen? Gewiß nicht und was an obigem Einwürfe gegründet sein mag, haben wir einzig unserer Haltung dem Vereine gegenüber zuzuschreiben. Einem Schweigenden ist nicht zu helfen und in unserer Stellung verharrend würden wir, würde die Alpenwirthschaft bald beinahe leer ausgehen bei allem, was vom Vereine zur Förderung der Landwirthschaft gewonnen wird.</p> <p>Freilich kann in einem Lande, wo so viele Zweige der Landwirth­schaft blühen, wie in Vorarlberg, sich die Aufmerksamkeit des Vereins nicht etwa nur Einem derselben zuwenden. Daher sollten in einzelnen Landestheilen Zweigvereine errichtet werden, in denen die eigenen Angelegenheiten besprochen, Anträge und Forderungen gestellt werden können.</p> <p>Ein Erlaß unseres hohen Ackerbauministeriums an den vorarlberger Landwirthschaftsverein fordert uns unter Zusicherung hoher Unter­stützung hiezu auf indem es dort u. A. heißt: Bezirks- Zweig und Filialvereine oder überhaupt lokale Gesell­schaften für Landwirthschaft werden daher nur in so ferne an den von dem Ministerium zu gewährenden Subventionen Antheil neh­men können, als sie mit der Hauptgesellschaft des Landes in einer solchen Verbindung stehen, daß diese Letztern an den Erstem wirksame Glieder oder Abzweigungen oder Organe besitzt und im Nahmen aller mit dem Ministerium verhandelt.</p> </div> </div> <div> </div> Franz Michael Felder Bezau Bauern des Hinterbregenzer Waldes Sun, 08 Mar 2015 08:00:00 +0000 st 713 at http://felderbriefe.at VON JOSEF FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-josef-feuerstein-aus-bezau-6 <div><span class="date-display-single">3. März 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Freund!</p> <p>Es ist ein altes Sprichwort: der Fleißige findet zu allem Zeit der Faule kommt immer zu spät. Diesem Sprichwort habe ich schon öfter nachgedacht und darin immer meine Verurtheilung gefunden. Auf der ändern Seite heißt es Selbsterkenntniß ist der erste Schritt zur Beßerung; nun diesen ersten Schritt hätte ich gemacht, aber mit dem zweiten komme ich nicht recht zu Stande. Es geht mir wie einem Träumenden der sich von Räubern verfolgt glaubt, u. ungeachtet aller Bemühungen seine Füße nicht vorwärts bringt. Von Albinger habe ich erfahren das du am nächsten Sonntag den 7. März herauskommen wirst. Es istdieß auch dringend nothwen­dig, wenn wir bei der Versammlung nicht in die Enge kommen wollen. Denn wie du weißt ist Hr. Bezirksförster aus dem Vereine ausgetreten u. Dr. Greber hat mir gestern gesagt er wisse nicht ob er mit seiner Rede zu Stande komme, da er einige Druckschriften die er in derselben als Belege etc. benützen will von der Buchhandlung noch nicht erhalten habe.</p> </div> <div> <p>Wir erwarten die Schoppernauerbibliothek recht bald, da man nun lesen wollte u. die Unterhaltungsschriften noch nicht da sind, u. wir wegen Mangel an Büchern in Verlegenheit sind. Schick uns auch außerdem 1 Exemplar Sonderlinge, Schwarzo­kaspale u. Reich u. Arm, wenn du herauskommst werde ich dich bezahlen.</p> <p>Felder konnte ich nicht anders dienen als dadurch, daß ich ihm ein Schreiben an Brettauers Erben in Hohenems gab, worin ich densel­ben seine Vermögensverhältnisse mittheilte, was für Erfolg er gehabt ist mir unbekannt. Wie mir Albinger gesagt, wirst du dießmal ein par Tage in Bezau bleiben, was mich sehr freut, da wir dann wieder mit einander „bludora" können. Mit vielen Grüßen von der Margareth u. mir</p> <p>Dein Freund Josef Feuerstein</p> </div> </div> <div> </div> Josef Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Tue, 03 Mar 2015 08:00:00 +0000 st 712 at http://felderbriefe.at