felderbriefe.at - Österreichische Gartenlaube http://felderbriefe.at/taxonomy/term/614/0 de KASPAR MOOSBRUGGER AN FRANZ MICHAEL FELDER http://felderbriefe.at/brief/kaspar-moosbrugger-franz-michael-felder-74 <div><span class="date-display-single">29. Januar 1868</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Lieber Freund!</p> <p>Den Aufsatz an die Gartenlaube habe ich durchgesehen. Wo die Rede davon ist, daß einige Geistliche die Gewalt über ihre Gläubigen verloren haben, habe ich vor „Gewalt" das Beiwort „volle" gesetzt, wonach nun der Satz die Auslegung zuläßt, daß diesen Geistlichen doch noch einige Gewalt geblieben ist. Wo Du am Ende von zwei „religiösen Parteien" redest, habe ich das Beiwort „religiöse" gestrichen. Ich habe dabei gedacht, Du wollest dem Berchtold doch gar so auf­fallend nicht recht lassen. Unter Deiner Unterschrift im Brief an Pröll habe ich folgendes beigesetzt:</p> <p>Verehrte Redaktion!</p> <p>Ich habe den beiliegenden Aufsatz meines Schwagers, der mir selben zur Durchsicht geschickt hat, gelesen, bin voll­kommen mit demselben einverstanden und möchte wie Fel­der, daß er baldigst gedruckt und veröffentlicht werde. Die geehrte Redaktion übt in Wahrheit Humanität, wenn sie sich eifrig der Sache annimmt. Die erzählten Tatsachen können vollkommen erwiesen werden und ich stehe mit Felder für die Wahrheit derselben ein.</p> <p>Hochachtungsvollst K.M.</p> <p>Mit dem habe ich Aufsatz und Brief, ohne an ersterem anderes als das Bemerkte geändert zu haben, an die Redak­tion am Montag noch abgeschickt. -</p> <p>Diese Deine Arbeit ist ein Kind einer glücklichen Stimmung, verrät Kraft und Mut, möge beides Dir dauernd beschieden bleiben. -</p> <p>Auf den vorigen Brief habe ich eingehend geantwortet und ich fürchte nun nicht mehr, daß Du die Antwort nicht ruhig verdauen könntest. Literaten kämpfen mit ihren Waffen, Juristen mit den ihrigen, jeder mit den seinigen. Hier ist schon ein respektabler Klub von Lassalleanern, von denen Du nächstens in unsern Blättern rumoren hören wirst. Ich sehe es gerne, daß das Volksblatt auf die Lassallesche Richtung eingeht, und ich habe mein Scherflein zu dieser Wendung beigetragen. Meine „Mahnworte", die Du lesen wirst, schickte ich auch ans Volksblatt, teils weil es das verbreitetste Landes­blatt ist, teils um eine Fühlung zu erlangen. Aus dem an­liegenden Brief ersiehst Du das Echo und wie ich's aufnahm. Fürchte nicht, daß ich ein Ultramontaner werde, diese müssen vielmehr Lassalleaner werden. Meine Spekulation ging von Anfang an dahin. Ihr Sturz im Staat weist sie an die Massen, diese aber lassen sich nur durch handgreiflichen Erfolg be­wegen. Lassalles System fußt auf dieser Einsicht. Die Ultramontanen werden sie auch bekommen, und dann kann und wird den Massen geholfen werden. Wie geht's dem Pius? Schick mir die Anlage zurück und schreibe bald. Mit Gruß und Handschlag</p> <p>K. Moosbrugger</p> <p>[Am Schluß vorstehenden Briefes vom 29. 1. 68 befindet sich folgender nachträglicher Vermerk von K. Moosbrugger ange­bracht:]</p> <p>Bevor dieser und der vorgängige Brief an die Adressen kamen, war Felder bei mir. Die Wahl hätte sollen vor sich gehen. Die Rüscherianer verlangten Zulaß gesetzwidriger Vollmachten, tumultuierten über deren Zurückweisung durch die Wahlkommission und warfen Feuer in die Wahlurne. Gleich nach vereitelter Wahl eilte Felder zu mir um Rat. Ich riet ihm, gleich nach Feldkirch zu gehen und beim Staats­anwalt zur Anzeige sich zu melden. Das Weitere melden die folgenden Briefe.</p> </div> <div> </div> Kaspar Moosbrugger Bludenz Franz Michael Felder Österreichische Gartenlaube Wahlaffäre Wed, 29 Jan 2014 08:00:00 +0000 st 508 at http://felderbriefe.at FRANZ MICHAEL FELDER AN KASPAR MOOSBRUGGER http://felderbriefe.at/brief/franz-michael-felder-kaspar-moosbrugger-117 <div><span class="date-display-single">24. Januar 1868</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Lieber Freund!</p> <p>Ich setze natürlich voraus, daß Du aus meinem vorgestrigen Schreiben meine Auffassung der Lage und Deines letzten Briefes ersehen hast. Ich bat Dich, so wie ich's nach Deinem Schreiben nach konnte, um Hilfe, dachte jedoch nicht daran, selbst die Hand in den Schoß zu legen. Mit kaltem Blut, wenn auch empört, schrieb ich den beiliegenden Artikel für die österreichische Gartenlaube an Dich zur Durchsicht, obwohl ich nicht glaube, daß viel daran zu streichen ist. Er paßt als Fortsetzung des früheren aus Vorarlberg, und es dürfte dem Literaten keine Schande machen, daß er dort einzelne un­schöne Auswüchse wegschnitt und hier einpaßte [?], um jedem Artikel in sich einen einheitlichen Ton zu geben. Den gegenwärtigen Stand der Dinge kannst Du aus Beilie­gendem ersehen. Für die Feldkircher Z. und andere Blätter werde ich mir das Nachdrucksrecht mit Angabe der Quelle vorbehalten. Ich sorge nur, daß die Veröffentlichung in einem Wochenblatt so langsam geht, aber mir steht in Österreich kaum ein anderes bedeutendes zur Verfügung. Die Garten­laube aber wird gern damit einiges Aufsehen machen. Ich bitte Dich daher, ihn schnell aber sorgfältig durchzusehen, unpassend Scheinendes zu streichen oder zu verbessern und dann sofort das Ganze samt dem beiliegenden Brief an die Redaktion der österreichischen Gartenlaube in Graz zu sen­den. Solltest Du den Artikel zur Veröffentlichung aber nicht geeignet finden, so schreibe mir sogleich warum. Sendest Du ihn aber aus guten Gründen an ein anderes Blatt, so schreibe auch den Begleitbrief und dinge mir vor allem zehn Exem­plare aus. Der Artikel ist die Arbeit einer einzigen schlaflosen Nacht, aber ich glaube, er ist klar und wahr. Hunderte hier müssen fast jedes Wort bestätigen. Ich las die Arbeit nur dem Oberhauser vor, der war mit allem einverstanden und freute sich des Erfolges. Jetzt ist hier alles kampfeslustig und eher als ein Zurücktreten ist eine Ausartung dieser Stimmung zu fürchten. Es war am Montag noch viel geredet, dessen ich nicht erwähnte. Ich glaube, das Ganze müsse schon so die erwünschte Wirkung tun. Kleinliche Nörgeleien mag ich nicht mehr, seit die letztsonntägliche Predigt dem Faß den Boden ausschlug. Auch Du bist hoffentlich einverstanden, daß nun Schweigen nicht mehr Gold [wäre]. Am Wahltag erwarten viele große Schlägerei, es scheint, daß die Rüscherschen ver­lieren dürften. Gewiß wäre ein Wutausbruch, wenn dann etwas Veranlassung zu Streit geben sollte. Nun wir werden sehen, es kann auch besser gehen, weil so viele sorgen und sich in Acht nehmen werden. Der Schneider befindet sich angeblich etwas besser.</p> <p>Schreibe bald und ob Du meine Auffassung noch nicht teilst. Du bist ein Diplomat, Du willst Erfolge nach oben, ich nach unten, drum gehe ich vielleicht in einigem mehr mit der Zeit als Du. Mit Gruß und Handschlag Dein Freund</p> <p>Franz M. Felder</p> <p>[Hier folgt nun der dem Briefwechsel beigelegte und im vorstehenden Brief erwähnte Artikel Felders „Aus Vorarlberg" für die Gartenlaube. Leider ist nur das erste Blatt des Briefes noch vorhanden mit einer Anmerkung K. Moosbruggers.]</p> <p>Aus Vorarlberg.</p> <p>Ernst, ja unfreundlich blicken die schneebehangenen Berge herunter in die stillen engen Täler, die sie trennen. Früh und recht ungeschickt hat der Winter dem Herbst ins Handwerk gegriffen, und was unsere Bergtannen von seiner Last noch abzuschütteln vermochten, stürzte, zu Lawinen wachsend, in die engen Täler, die schlechten Wege zerstörend, abreißend wie schwache Fäden, die einsame, zwischen Bergen ver­steckte Dörfer mit der „Welt" zu verbinden suchten.</p> <p>Wie ein Eroberer zieht der Winter hier ein, aber obwohl er ein Gegner des Partikularismus zu sein scheint, so wird dieser doch gerade durch ihn, wenn vielleicht auch wider Wissen und Willen, in der Stubenwärme groß gezogen. Die Winterszeit ist für den Bauern die Zeit der Hochzeiten und Feste. Diesem Umstand haben wir vielleicht das Fort­bestehen manches uralten Hochzeitsbrauchs zu verdanken.</p> <p>Aus den verschneiten- - -</p> <p>[Hier endet das erste Blatt. Auf der Randspalte hat Felder noch folgenden Beisatz angefügt:]</p> <p>Und nicht nur in den engen Tälern, wo der Bauer, umgeben von der Sorgfalt der Seinigen, sich bis zum Frühjahr ganz in die Rolle seines seligen Großvaters hineinlebt, gewinnt man wieder das Bewußtsein einer Eigenart, eines ganz besonderen</p> <p>Verzugs-- -[weiteres fehlt!]</p> <p>[Hier folgt K. Moosbruggers Rohvermerk an die Redaktion:] Verehrte Redaktion.</p> <p>Ich habe den beiliegenden Aufsatz meines Schwagers, der selben mir zur Durchsicht geschickt hat, gelesen, bin voll­kommen mit demselben einverstanden und wünsche, wie Felder, daß er baldigst gedruckt und veröffentlicht werde. Die geehrte Redaktion übt in Wahrheit Humanität, wenn sie sich eifrig der Sache annimmt. Die erzählten Tatsachen können vollkommen erwiesen werden, und ich stehe mit Felder für die Wahrheit derselben ein.</p> <p>Hochachtungsvoll K. Moosbrugger</p> </div> <div> </div> Franz Michael Felder Schoppernau Kaspar Moosbrugger Österreichische Gartenlaube Fri, 24 Jan 2014 08:00:00 +0000 st 504 at http://felderbriefe.at AN RUDOLF HILDEBRAND http://felderbriefe.at/brief/rudolf-hildebrand-52 <div><span class="date-display-single">21. Januar 1868</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Lieber Freund!</p> <p>Ich vergaß das letzte mal Dir zu schreiben, daß mir, oder eigentlich Herrn Quellmalz nur Nr 33 des Ausland Jahrg. 1866 fehlt. Meine Bestellung hab ich widerrufen, fürchte aber daß es nur wenig helfen werde. Sonst alles ziemlich beim Alten. Rüscher nennt den Uhrenmacher u das Dökterle ziemlich deutsch Betrüger, die „Krankheit" des erstem Verstellung. Das Dökterle hat gerichtliche Hülfe gegen Rüschers Verleum­dungen gesucht. Es findet die Verletzung bedenklich und verlangte zur Ehrenrettung gegen Rüscher eine amtliche Commission, bisher vergeblich.</p> <p>Für den Wahltag fürchte ich weniger weil sich alles zu fürch­ten scheint; man wird sehr ängstlich und vorsichtig sein. Übrigens&nbsp; erfahre&nbsp;&nbsp; ich&nbsp;&nbsp; eben,&nbsp;&nbsp; daß&nbsp;&nbsp; Rüscher&nbsp; höchstselbst&nbsp; die Stimmzettel für den Sonntag austheilt! - ! Ich habe die jüngsten Erlebnisse in gedrängter Kürze zusam­mengestellt&nbsp; und&nbsp; der geharnischte Artikel&nbsp; geht mit diesem Brief an die Redaction der österr Gartenlaube ab. Ich sehe nicht ein, was ich noch verderben könnte; am Mon­tag schreib ich nicht, wenn nichts besonderes vorgefallen ist. Lebt wol ihr da drunten. Mit Gruß u Handschlag</p> <p>Dein Felder</p> </div> <div> </div> Franz Michael Felder Schoppernau Rudolf Hildebrand Österreichische Gartenlaube Rößlestreit Wahlaffäre Tue, 21 Jan 2014 08:00:00 +0000 st 501 at http://felderbriefe.at VON HEINRICH HÜGEL AUS GRAZ http://felderbriefe.at/brief/von-heinrich-h%C3%BCgel-aus-graz <div><span class="date-display-single">27. November 1867</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Sehr geehrter Herr!</p> <p>Unter Kreuzband senden wir Ihnen durch ein Vergessen erst heute Nr. 43 u. 44 mit Ihrer Erzählung „Liebeszeichen". Die Nr. 41 u. 42 sind Ihrem Wunsche entsprechend an H. Hirzel in Lpg gesandt worden und werden Sie dieselben wohl bereits erhalten haben. Sollte es Ihnen wohl möglich sein uns für das erste Quartal 1868 eine „Heimathliche Erzählung" zu senden, denn das „Liebeszeichen" in seiner natürlichen Einfachheit hat allgemein ungetheilten Beifall gefunden. Genehmigen Sie die Versicherung meiner Hochachtung ergebenst</p> <p>H. Hügel</p> </div> <div> </div> Heinrich Hügel Graz Franz Michael Felder Liebeszeichen Österreichische Gartenlaube felderbriefe.at newsletter Wed, 27 Nov 2013 08:00:00 +0000 st 437 at http://felderbriefe.at VON KARL PRÖLL AUS GRAZ Gartenlaube für Österreich http://felderbriefe.at/brief/von-karl-pr%C3%B6ll-aus-graz-gartenlaube-f%C3%BCr-%C3%B6sterreich <div>Datum unbekannt</div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Hochgeehrter Herr!</p> <p>Der rühmlichst bekannte Herr Verfasser der „Sonderlinge" wird hoffentlich keine Sonderbarkeit darin finden, dass wir ihm den Ausdruck unserer tiefsten Sympathie aussprechen als dem neuesten Opfer einer verblendeten Verfolgungswut. Hoffentlich wird dieser traurige Akt nur dazu beitragen, Ihren jungen Ruhm noch mehr emporzuheben, Ihre so bedeutende Kraft zu stählen.</p> <p>Längst schon im Begriffe, mit Ihnen anzuknüpfen (wir schrie­ben in dieser Richtung an Herrn Dr. Ad. Pichler) gab uns die­ser seltene Vorfall endlich Gelegenheit, Ihren Aufenthalts-Ort zu erfahren. Wir beeilen uns, Ihnen eine Probe Nr unseres mit veränderter Tendenz erscheinenden Blattes zu übersenden u. Sie hiebei zu bitten, wenn Ihnen dieselbe entspricht, uns gütig Ihre Mitwirkung zu sichern; zu sichern einem vaterlän­dischen, vom ernstesten Streben u. echtesten Freiheitssinne begleiteten Unternehmen, zu sichern dieselbe Ihren Sie hochachtenden Freunden u. geistig Verbündeten. Bedingungen bitten wir uns mit Rücksicht auf unser noch jun­ges, mit vielen Schwierigkeiten kämpfendes Unternehmen, nicht zu schwierig zu machen.</p> <p>Wollten Sie uns Skizzen aus Ihrer Heimat, oder einen offenen Bericht über die letzten persönlichen Vorgänge, die mit Ihrer Vertreibung in Beziehung standen, einsenden u. uns hiedurch Waffen gegen die unverbesserlichen Verketzerer u. Verfolger jeder freieren Richtung liefern, so würden wir Ihnen zum höchsten Danke verpflichtet sein. Für die Redaktion</p> <p>Karl Pröll</p> </div> <div> </div> Karl Pröll Graz Franz Michael Felder Adolf Pichler Anwerben Österreichische Gartenlaube felderbriefe.at newsletter Thu, 11 Jul 2013 07:00:00 +0000 st 201 at http://felderbriefe.at