felderbriefe.at - Franz Michael Felder http://felderbriefe.at/taxonomy/term/13/0 de VON DER REDAKTION DER „DICHTERKLÄNGE AUS SÜD UND NORD" AUS BRESLAU http://felderbriefe.at/brief/von-der-redaktion-der-%E2%80%9Edichterkl%C3%A4nge-aus-s%C3%BCd-und-nord-aus-breslau <div><span class="date-display-single">6. April 1870</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Herrn Franz M. Felder Schoppernau.</p> <p>Wir beabsichtigen in Kürze ein Monatsheft für Poesie (Gedichte und Dramen) erscheinen zu lassen zum Besten der Schiller­stiftung, und ersuchen Sie ergebenst uns durch Einsendung von Beiträgen beehren zu wollen.</p> <p>Hochachtungsvoll!</p> <p>Die Redaction der „Dichterklänge aus Süd und Nord"</p> <p>A. H. Walffers.</p> </div> <div> </div> Redaktion der Breslau Franz Michael Felder Wed, 06 Apr 2016 07:00:00 +0000 st 480 at http://felderbriefe.at VON AUGUSTE BENDER AUS HEIDELBERG http://felderbriefe.at/brief/von-auguste-bender-aus-heidelberg <div><span class="date-display-single">1. November 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Lieber Felder</p> <p>Wenn ich die Umstände gehörig erwogen hätte, so hätte ich eigentlich „Geehrter Herr" schreiben sollen - aber die Thatsache ist die daß ich keine formelle Anrede gebrauchen will, wenn ich den Leuten gerne Etwas Freundliches sagen möchte. - Ich bin Ihnen zwar eine Fremde, eine gänzlich Unbekannte, während Sie mir jedoch lange kein Fremder mehr sind; denn ich habe vor eini­gen Jahren den Ihre eigentümliche Lebensgeschichte betreffenden Aufsatz in der Gartenlaube gelesen, und welchen Eindruck mir derselbe hervorgebracht, beweist vielleicht der einfache Umstand, daß ich damals schon die Absicht gefaßt habe Ihnen zu schreiben und ich dieser Absicht dritthalb Jahre hindurch treu geblieben bin, obgleich ich kein Wort mehr von Ihnen gehört habe und auch jetzt nicht weiß, ob und wo Sie mein Schreiben eigentlich antreffen wird. So lebhaft begleitete mich der Wunsch, daß ich ungeachtet dessen trotz aller äußeren Veranlassungen zur Ausführung meiner lang gehegten Absicht schreite. Doch nein, so ganz ohne äußere Veranlassung eigentlich nicht, wenigstens nicht von meiner Seite. Denn vor dritthalb Jahren, war ich eben noch nichts, als eine Art Schicksalgenossin, jetzt aber seit ich die Lauf­bahn einer Schriftstellerin betreten habe, mache ich ein bischen Ansprüche auf Collegialität. - Wenn ich damals gesagt haben würde, daß ich den Drang fühle, als Schriftstellerin zu wirken, würde man mich einfach ausgelacht haben, und gesagt: „wie kann das sein, ein Bauernmädchen, das bis zu achzehn Jahren im Feld gearbeitet, im Sommer geharkt, gemäht, geschnitten, im Herbst und Winter gedroschen und gesponnen hat, ein Mädchen mit so dicken rothen Backen und einem so anspruchlosen Äußeren? O nein, eine Schriftstellerin, wie sie sein sollte muß ganz anders aussehen, blaß und mager und interessant." - Aber Gott sei Dank, daß ich in diesem Sinn so uninteressant bin, denn nur meinen dicken, rothen Backen, das heist meiner außer­gewöhnlichen Körperstärke und Gesundheit habe ich es zu dan­ken, daß ich im Kampf mit dem Schicksal, mit meinen Verhältnissen nicht zu Grunde gegangen bin. - Ja lieber Felder, ich habe in Ihrem eigentümlichen Bildungsgang ein eigenes Stück Lebensgeschichte gefunden und Ihre Geschichte deßhalb wie kein Anderer verstanden. Und bedenken Sie, daß ein Mädchen in ähnlichen Verhältnissen noch weit unglücklicher sein muß, als ein Mann, denn sie hat außer den Standesvorurtheilen auch noch die Geschlechtsvorurtheile zu bekämpfen. Ein junger Bauern­knabe, der nach geistiger Vervollkommnung strebt, findet immer­hin noch mehr Sympathien, als ein Bauernmädchen, deren Eltern nicht zu den Bemitteltsten gehören und die außerdem auch kein besonders einnehmendes Äußeres hat. Ein unglückliches Kind ist zu ernst und schweigend, und ein Kindergesicht, daß so wenig von kindlicher Heiterkeit zeigt, ist altern Leuten gewöhnlich unangenehm. - Aber ich habe sie bekämpft, diese Vorurtheile und Antipathien, das ist die Hauptsache, aber wie ich sie be kämpft habe, das weiß nur Gott der Allwissende, vielleicht habe ich später noch Gelegenheit, ihnen meine Lebensgeschichte im Einzelnen mitzutheilen. Jetzt muß ich mich nur auf die äußersten Umrisse beschränken. Der Drang nach Bildung war so verzeh­rend mächtig in mir, daß ich schon im zarten Kindesalter den Tod gewünscht habe. Die Liebe zu meinen Angehörigen hat auch mich gerettet besonders zu meiner alten armen Mutter, deren Natur ich geerbt habe, und die deßhalb unglücklich ist, wie auch ich es geworden sein würde, wenn ich mir nicht auf eigene Hand den Weg aus dem Landleben heraus gebahnt haben würde. Außerdem ist mir ein Selbstvertrauen zu Theil geworden, daß in seinen ersten Äußerungen nichts weniger als Waghalsigkeit und Tollkühnheit scheinen mußte. Aber es war ja auch Tollkühnheit, an den unüberwindlich scheinenden Schranken meiner Verhält­nisse zu rütteln und auf Befreiung zu denken, aber ich habe daran gerüttelt, mit eiserner Faust, mit dem Muthe der Verzweiflung und Gott sei Dank, sie sind gefallen, und ich habe sie überstiegen. Gott hatte mir schon in frühester Jugend die Gabe der Dichtkunst verliehen und meine Erzeugnisse haben endlich die Aufmerk­samkeit der gebildeten Welt erregt, in so weit nämlich, um meine Eltern durch mächtige Vorstellungen zu veranlassen, etwas auf meine Ausbildung zu verwenden; als dies geschah, war ich zwar schon achzehn Jahre alt, doch Gott sei Dank, noch war es nicht zu spät. Jetzt bin ich bald 24 Jahre alt und so wunderbar hat mich Gott geleitet, daß ich schon vor zwei Jahren die Prüfung einer Lehrerin an Instituten und höheren Töchterschulen zu machen und seither auch Gelegenheit gefunden habe Reisen nach England, Frankreich und Italien zu machen und mich somit in den modernen Sprachen zu vervollkommnen. So kam es nun daß ich außer meiner Muttersprache auch der englischen, französi­schen und theils auch der italienischen Sprache mächtig bin. Wer mich jetzt sieht und kennen lernt (als Sprachlehrerin) ahnt natür­lich nichts davon, daß ich vor kaum fünf Jahren noch die Kühe gemolken und die Schweine gefüttert habe. Meine Erlebnisse und Fortschritte während dieser Zeit sind auch so ungewöhnlicher Art, daß meine frühern Bekannten der unumstößlichen Ansicht sind, daß ich in allen meinen Unternehmungen unbegreifliches Glück habe; freilich von meinen stillen Erfolglosigkeiten Kämpfen, Ent­behrungen, immer wieder zu Boden geschmettert und immer wieder sich von Neuem ermannender Thatkraft wissen Sie Nichts. Genug, die Welt bekommt erst Vertrauen zu uns, wenn sie unse­re Erfolge sieht, wie theuer aber einem solchen zum Kampf gebo­renen Menschenkinde die schwer errungenen Erfolge zu stehen kommen, das kümmert sie Nichts. Bei Gott ich habe schon so viele Erfahrungen gemacht, daß ich oft nicht begreifen kann, warum ich noch keine Runzeln habe, denn alt genug komme ich mir vor. Seit letztem Frühjahr nun gelang es mir einige schriftstel­lerische Versuche zu Druck zu bringen und das ist eigentlich die äußere Veranlassung, die meinem Briefe an Sie zu Grunde liegt; denn was wären alle meine eigenthümlichen Erlebnisse gewesen, wenn ich keinen Erfolg gehabt hätte? Nicht das Talent ist es dem die Menschen ihre Anerkennung zollen, nur der Erfolg. Die Ahnung also, daß ich einst Schriftstellerin werden müsse, hat schon in frühester Kindheit in mir geschlummert und dieses Vor­gefühl ist in späteren Jahren die Triebfeder geworden, die mich antrieb, ohne alle äußere Veranlassung oder Unterstützung den Gedanken an die Möglichkeit meiner Ausbildung zu fassen. Und Gott sei Dank für die Gnade des Erfolgs denn im anderen Falle wäre ich für mein ganzes Leben ein Opfer der quälendsten Selbsvorwürfe geworden, denn die Lücke, die ich durch meine Entfernung in meiner Familie gerissen hatte, war nicht unbedeutend, ja sage es mit Stolz, daß ich eine tüchtige Feldarbeiterin war und meinem Vater einen Knecht ersparte. - So viel bis jetzt zu meiner Identification. Demnächst soll eine meiner Novellen in der badischen Landeszeitung erscheinen und werde ich mich mir dann erlauben, Ihnen Einiges unter Kreuzband zuzusenden. Meinestheils bitte ich Sie um Einiges Ihrer eigenen Arbeiten, wenn Sie einige Exemplare davon vorräthig haben sollten; denn ich brauche Ihnen nicht erst zu sagen, wie sehr ich mich dafür interessiere. Um Ihre Dorfgeschichten beneide ich Sie wirklich, denn ich fühle leider daß ich niemals im Stande sein werde, Dorfgeschichten zu schreiben, trotzdem man mich von allen Seiten dazu aufmuntert. Die Leute glauben eben, und nicht mit Unrecht, daß ich die ländlichen Verhältnisse ja am besten kennen müsse. Aber gerade deßhalb, weil ich Sie so gründlich kenne, fehlt mir alle Begeisterung, sie zu idealisiren. Ich habe so unend­lich auf dem Lande gelitten, daß ich jetzt die grössten Anstren­gungen zum Selbstvergessen machen muß, wenn ich überhaupt zum Arbeiten fähig sein will. Sobald ich mich in jene Verhältnisse wieder hineindenke, fühle ich mich so traurig und niedergeschla­gen, daß gar nicht daran zu denken ist, meine früheren Erfah­rungen vom Dorfleben novellistisch zu verwerthen; freilich liegt dies auch großentheil in Familienverhältnissen. So kommt es nun, daß die Stoffe meiner Novellen hauptsächlich nur aus dem Städteleben gegriffen sind. - Der Charakter meiner Landsleute bietet eigentlich so wenig Orginelles und Ursprüngliches, er ist ein Gemisch aus allemannischen, pfälzischen und fränkischen Elementen und meine Landsleute selbst (O[ben] Aschaffenburg, Untfen] Mosbach, Bahnstrecke Heidelberg - Würzburg) sind so schrecklich aufgeklärt daß man lange suchen müßte, um irgend Etwas Erfreuliches bei ihnen zu finden. Es ist der moderne Materialismus dem sie beinahe Alle huldigen und die Resultate desselben sind recht traurig. Ich möchte so gerne einmal die Bauern Ihres Landes kennen lernen, denn ihrer Schilderung in der Gartenlaube zufolge müssen sie von den übrigen sehr verschie­den sein. Aber Felder, wenn die Landsleute unter Aufklärung nichts Anderers verstehen, als ihre Religiosität, dann weiß ich wirklich nicht, was schließlich für sie am besten ist. Ich weiß aber, wie traurig es ist, ohne eine religiöse Weltanschauung das Dasein ertragen zu müssen, denn so unwahrscheinlich es auch lauten mag, so ist es doch leider nur zu wahr, daß ich schon als zehnjähriges Kind weder an einen Gott, noch an eine Vorsehung, Unsterblichkeit, oder sonst Etwas glaubte, ja man hatte mich gelehrt den Glauben an diese Dinge eben so sehr wie den Glauben an Hexen und Gespenster zu verachten, und eine Religion, die fähig ist einen dreißig jährigen Krieg heraufzube­schwören schien mir als das Verabscheuungswürdigste, das man sich außer den Hexenprocessen noch denken kann. Und daß sich trotz dieser Grundlage in späteren Jahren ohne alle äußere Einwirkung die religiöse Überzeugung von Innen heraus bei mir Bahn gebrochen, ist eben ein Zeichen, daß die Religion dem Menschen angeboren und nicht anerzogen wird wie uns die Freireligiösen oder besser die Religionslosen gerne glauben machen möchten. -</p> <p>Ich möchte Ihnen noch so Vieles sagen, wenn ich nicht schließlich fürchten müßte, Ihre Geduld zu sehr zu ermüden. Und wenn ich den langen Brief abgesandt habe, bin ich noch in Sorge, ob er auch wirklich an seine Adresse gelangt ist? Wenn dem so ist, so ersuche ich Sie um die Freundlichkeit, mich vom Empfange dieses Schreibens sofort zu benachrichtigen, nur mit wenigen Zeilen wenn Sie nämlich vorderhand noch keine Zeit haben sollten, mir jetzt schon einen größren Brief über Ihre jetzi­gen Arbeiten und sonstigen Verhältnisse zu schreiben. Sie werden ja im Laufe des Winters hiezu schon ein bischen Zeit erübrigen können. Sie würden mir eine herzliche Freude damit bereiten. Nun Gott befohlen lieber Felder, und wenn Sie mir eine Antwort schreiben, so reden Sie mich, bitte, nicht mit „Verehrtes Fräulein" an, wenn Sie sonst keine weniger formelle Anrede finden, so las­sen Sie die Titel lieber ganz bei Seite. Nicht wahr, Sie nehmen mir meine Offenherzigkeit nicht übel. Bitte sagen Sie Ihrer lieben Frau einen herzlichen Gruß von dem Bauernmädchen aus dem Odenwalde und daß ich eine innige Zuneigung zu ihr hege, weil sie fähig war, ihren Gatten zu verstehen und sein Streben zu wür­digen und ihm Kraft und Stütze zu werden. Gewiß, sie muß ein seltenes Weib sein, denn wohl weiß ich, wie schwer es ist, unter den Landleuten für das Streben nach Bildung und Vervollkomm­nung ein Verständniss zu finden.</p> <p>Empfangen auch Sie meine Grüße, lieber Felder, und wenn ich Ihnen vielleicht irgendwie einmal von Nutzen sein kann so thun Sie mirs offen zu wissen; ich erlaube mir Sie darauf aufmerksam zu machen, daß ich mich seit fünf Jahren hauptsächlich mit der Sprachwissenschaft beschäftige, und da Sie selbst vielleicht wenig Gelegenheit und Anregung zu solchen Studien gehabt haben dürften, so wäre es vielleicht nicht unwahrscheinlich, daß Sie in diesem Sinne vielleicht manchmal einigen Rathes bedürften. Sie dürfen mich nicht mißverstehen, denn nur die innigste Theil­nahme allein veranlaßt mich, hier diesen Punkt zu berühren. Jetzt leben Sie wohl und erinnern Sie sich zuweilen</p> <p>Ihrer aufrichtig ergebenen</p> <p>Auguste Bender</p> <p>Plöckstrasse 35</p> <p>bei Herrn Dr. Otto</p> </div> <div> </div> August Bender Heidelberg Franz Michael Felder Sun, 01 Nov 2015 08:00:00 +0000 st 479 at http://felderbriefe.at VON ANNA KATHARINA FELDER AUS SCHOPPERNAU AN FRANZ MICHAEL FELDER IN LEIPZIG [MIT ZUSATZ VON MARIA FELDER, DER MUTTER DES DICHTERS] http://felderbriefe.at/brief/von-anna-katharina-felder-aus-schoppernau-franz-michael-felder-leipzig-mit-zusatz-von-maria-fe <div><span class="date-display-single">18. August 1868</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Liebes gutes Mindle!</p> <p>Noch in der ersten Aufregung der Freude über Dein liebes durch Uhrenmacher erhaltene Schreiben, setze ich mich an den Schreibtisch, um es zu beantworten. Zwar weiß ich von Neuigkeiten, u. Intreßanten Vorfällen nicht viel zu berichten, doch wird Dir jegliches, u. unbedeutende aus der Heimath lieb sein. Mich durchfuhr es wie Elecktretzität, als ich nur Deine Schriftziige erblickte. Also wohlerhalten durch die u. in der neuen Welt, im Eldorado Deutschlands angekommen. Erholung Ruhe wünschend, all die Empfangenen Eindrücke, u. Bilder zu ordnen, zurechtzulegen, um das Stündlich Täglich neue, nicht eines durch das andere verwischen zu lassen. Es ist für Dich die gegenwärtige, wenn nicht eine immer ange&shy;nehme, so doch eine überaus reiche Zeit, eine Zeit des sam&shy;melns der Erkenntniß des Begreifens. Lebensgenuß, „Lebens"&shy;werth will ich es nennen. Ich meine Deine gemachten und währenden Erfahrungen, natürlich von Deinem Standpunkte aus, die angenehme Thätigkeit der Sinne, dieses ahnen u. blicken in die Vorwelt und Mitwelt, das wirken u. Schaffen so vieler edler Geister, dazu die herrlichen, fremden Menschen Städte, die Sitten u. Gewohnheiten, dieses alles zu sehn u. empfinden, mein ich nur, dieses allein, ist werth gelebt zu haben, weit mehr als 30tausend Gulden erschachern, für Krö&shy;sus u. mithin als brafer rechter Mann zu gelten. O wie gönne ich Dir die Lust diesen reichen Genuß, u. wie dank ich dem lieben guten Hildebrand, daß er Dich auf den Parnaß geführt hat. Hier haben wir schönes Wetter heiße Tage, die uns eigens zum Streue Kratzen u. Heuen gemacht scheinen, den vielen Touristen aber, unser Ländchen, u. unsere Berge lieb&shy;licher erscheinen lassen. Von einigen hatten auch wir die Ehre besucht zu werden. Frau Bergmann sammt Tochter fuhr den 9. Aug. eigens von Schwarzenberg hieher, mit freundlichem Gruß, u. 2 Büchern zu freundlichem Andenken von ihrem Mann, der wie er im Begleitschreiben sagt, seine Lunge scho&shy;nen müsse, damit sie noch ein paar Jahre ihre Dienste thue. Ferner schreibt er, erlaube ich mir Ihnen anzuzeigen, daß ich den Betrag für das Exemplar der mir zugedachten Sonderlinge in der Braumüllerschen Hofbuchhandlung auf meine Rech&shy;nung setzen ließ, u. somit dasselbe nicht auf Ihre Rechnung kommen darf. Nach meiner Rückkehr soll meine „Landes&shy;kunde Vorarlberg" unter die Presse kommen. Dies das we&shy;sentlichste des Briefes. Ich war in der Eagad als die Frauen hier waren. Sie hätten mich gern gesehen, wie sie sagten, war mir auch leid, war mir ebenfalls so gewesen, weil sie aber keine Zeit zum warten ich keine zum Kommen hatte, so werden wir Wahrscheinlich geschiedene Leute bleiben. Der Post wegen war man letzte Woche in Bezau, ich konnte aber biesher nicht bestimmtes erfahren, als daß einer der Bewerber Michel Willam, in Au ein Gropper sei. Ich gedenke aber heute mit dem ungeschlossenen Briefe in der Tasche nach Au, war&shy;scheinlich nach Schnepfau zum Galli, einen Spaziergang zu machen, sollte ich bei dieser Veranlassung näheres über dies od. sonst etwas bemerkenswerthes erfahren, will ichs dem Briefe anschließen. Der Doktor geht täglich zum Heuar Bäßle hinauf weil sie zimlich krank ist, einer der Fremden Buschlo&shy;macher ist gestorben; auch der Säger vom Ritter ist tod, nahe daheim gefunden worden.</p> <p>Zum großen Leidweßen des Pfarrers u. seiner Getreuen kam der zur Predigt letzten Sonntag erwartete Bischof nicht nach Schoppernau, u. alle Vorbereitungen, wovon die, daß Pfarrer u. Köchin eine ganze Stunde am Bett, wo er schlafen sollte herzurichten, die winzigste war, waren umsonst, nicht einmal der Sekretär liß sich erbeten, davon Gebrauch zu machen. Von der Predigt eines Bischofs hätten sich die Leute etwas versprochen, nicht so aber Oberhausers Kaspar, der schaden&shy;froh war über das mißlunge[ne] Projeckt, weil wie er gehört habe auch der Bischof über Lesen u. Zeitgeist referire, u. er dieses alles nicht noch einmal als Orackel gesagt wünsche. Wir alle gesund u. wohl an Dich denkend, von Dir redend, wünschen Dir ferner alles liebe u. Gute, edle u. schöne, grüße uns die Hildibrandische Famile, alle die auch an uns denken nach uns fragen. Sei unsertwegen ohne Sorgen, wir arbeiten mit Lust und Willen, mit frohem Muth, u. der schönen Hoff&shy;nung Dich einst wieder in unserer Mitte zu haben, Erzählend von all den Herrlichkeiten der schönen Welt. Bis dahin bleib ich Dein treues Wible</p> <p>Anna Katharina</p> <p>Ich als Muter</p> <p>Ich Grüße euch Herzlich u. wann ihr ein Genusleben haben so eilen nicht so stark nach Haus damit ihr wider in Schop&shy;pernau ein fröllich Leben haben.</p> </div> <div> </div> Anna Katharina Felder Schoppernau Franz Michael Felder Tue, 18 Aug 2015 07:00:00 +0000 st 213 at http://felderbriefe.at VON LUDWIG KOFLER AUS DORNBIRN http://felderbriefe.at/brief/von-ludwig-kofler-aus-dornbirn-0 <div><span class="date-display-single">23. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Sehr geehrter Herr Felder!</p> <p>Weil ich mir wohl vorstellen kann, welche Freude Ihnen beiliegen­der Brief bereiten wird, nehme ich keinen Anstand Ihnen denselben zu senden.</p> <p>Er kommt von jener edlen, gebildeten Frau, von welcher ich Ihnen schon 2mal Briefe sandte, die sich für Sie in Wien sehr warm verwendete.</p> <p>Ich bin ganz glücklich darüber, die Aufmerksamkeit dieser vortreff­lichen herrlichen Frau auf Sie gelenkt zu haben, die dann in ihren Kreisen weiter für Sie wirkte.</p> <p>Ich will Sie nicht weiter ermüden und theile mit sehr vielen sehr vielen!!! Menschenden Wunsch, möchten Sie doch recht bald und vollkommen gesund werden. Ich grüsse Sie bestens und herzlichst</p> <p>Ihr theilnehmender aufrichtig</p> <p>ergebener</p> <p>L. Kofier</p> <p>BEILAGE: VON ANTONIE SEDLACZEK AUS WIEN AN&nbsp; LUDWIG KOFLER IN&nbsp; DORNBIRN</p> </div> <div> <p>Lieber Herr Kofier!</p> <p>Ganz erschüttert lasen wir in der Zeitung von dem Unglück was den armen Felder getroffen und nun kam heute ihr Brief-der unglückli­che Mann wie sehr bedauern wir ihn alle! - Von der Schillerstiftung bekommt er gewiß 100 Thl ein Hr Bergmann der ihn kennt hat es ihn so geschrieben hat er denn den Brief nicht erhalten? - Nun hab ich eine große Bitte an Sie - bis das Geld kommt kann der kranke vielleicht so manches benötigen bitte wollen Sie ihn diese 30 f welche ich schicke auf eine zarte Weise übergeben und dazu unser aller besten Grüsse und innigste Theilnahme. Vieleicht kann ich Ihnen noch etwas später mittheilen was Hr Scheyrer für ihn beabsichtigt.</p> <p>Ihre Briefe machen mir immer Vergnügen da ich ihre Anschauung der jetzigen Zustände ganz theile. Die Loose bitte ich mir nur Oktober wieder zu schicken Auslagen haben wir gar keine gehabt. Warum zahlen Sie das ganze Speisepulver gleich?- Ihre Schwester schrieb so eben daß sie krank war aber jetzt wieder gesund; ich kann mir denken wie sehr Sie sich freuen Ihre lieben braven Altern bei sich zu sehen - ich hab sie auch alle so lieb! Bitte grüßen Sie Ihre liebe Frau und Kinderln auf das Beste von uns allen Viktor war wieder ganz elend ist aber jetzt wieder auf Wili geht es besser.</p> <p>tausend Grüsse</p> <p>von Ihrer ergebenen</p> <p>Antonie Sedlaczek</p> </div> </div> <div> </div> Ludwig Kofler Dornbirn Franz Michael Felder Thu, 23 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 738 at http://felderbriefe.at VON WILHELM HEINRICH RIEFSTAHL AUS KARLSRUHE http://felderbriefe.at/brief/von-wilhelm-heinrich-riefstahl-aus-karlsruhe <div><span class="date-display-single">19. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Geehrter Herr!</p> <p>Obwohl ich Ihnen persönlich unbekannt bin, erlaube ich mirdoch, mich mit einer Frage und Bitte an Sie zu wenden. In Ihrem so anziehenden Buche „Sonderlinge" erwähnen Sie kurz die in den deutschen Alpen überall übliche Segnung der Alpen und es wurde dadurch aufs Neue die Lust an diesem Gegenstande, der mich längst beschäftigt hatte, angeregt. Als ich im September u. October vorigen Jahres im Bregenzer Wald zubrachte hoffte ich auf das Vergnügen Ihrer Bekanntschaft um Ihnen allerlei Fragen in diesen Dingen vorzulegen und vor allem einen Mann kennen zu lernen der Land u. Leute seiner Umgebung so scharf beobachtet u. treffend zu schildern weiß. Sie hätten geehrter Herr einem Berufs­genossen in die Hände gearbeitet, denn was Sie als Dichter geben, das suche ich als Maler zu erreichen, seit Jahren sind Land u. Leute des deutschen Gebirges mein Feld. Aber als ich in Schopernau ankam (eines Sonntags) hörte ich, Ihre Frau sei gefährlich krank und bald darauf sah ich Sie mit Ihrem Bruder eilig zum Doctor gehen. Obgleich ich nachher wiederholt in Au war erreichte ich Sie doch nicht, einmal glaube ich, waren Sie verreist, ein anders mal mußte ich schnell umkehren, kurz, es sollte nicht sein, ich war wol 10 Wochen im Wald, meist in Egg u. doch sollte sich mein Wunsch nicht erfüllen und darum muß ich Ihnen nun mitdiesen Zeilen lästig fallen.</p> </div> <div> <p>Würden Sie wol die Güte haben, mir in wenigen Zeilen anzugeben, wann durchschnittlich die Segnung der Alpen vorgenommen wird und von welchem, durch eine eindrucksvolle schöne Umgebung ausgezeichneten Orte im Wald, man diese schöne Sitte an Ort u. Stelle beobachten könnte? Ich gedenke danach meine Reise einzu­richten und eigens zu dem Zweck in den Wald zu kommen; denn was ich malen soll muß ich zuvor sehen. Packt es mich, so mache ich gleich Studien u. nehme die Sache in Angriff, andernfalls begnüge ich mich auch vorläufig mit dem Eindruck, derdann sicher nachwirkt, denn was man Jahre lang in sich herumgetragen, das schafft sich ganz von selber eine Form, in der es auch andre anmuthet und erbaut.</p> <p>Letzten Winter habe ich Ihr „Arm und Reich" gelesen mit dem Genüsse, ja mit noch größerm wie die Sonderlinge, denn inzwi­schen hatte ich den Wald u. die Wälder auch etwas kennen gelernt. Sie schreiben doch fort in dieser Art? Ich freue mich auf das nächste Werk, vor allem aber Sie, so Gott will, im Frühsommer selbst zu sehen. Im Voraus versichere ich Sie meiner Dankbarkeit u. mit der festen Hoffnung daß Sie meine Bitte erfüllen. So zeichne ich Ihr</p> <p>hochachtungsvoll ergebener</p> <p>W. Riefstahl</p> <p>Hirschstraße No 7.</p> <p>N. B. Ich würde in Au wohnen im Rössle, wenn es also dort einen Platz mit schöner Aussicht gäbe wo benediziert wird so wäre das doppelt erwünscht.</p> </div> <p>W. R.</p> </div> <div> </div> Wilhelm Heinrich Riefenstahl Karlsruhe Franz Michael Felder rössle in au Sun, 19 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 737 at http://felderbriefe.at VON BARTHOLOMÄ MEUSBURGER AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-bartholom%C3%A4-meusburger-aus-bezau <div><span class="date-display-single">15. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Herrn Fr. Michael Felder in Schoppernau</p> <p>Die Mitglieder der Vereinssennerei Platz in Bezau haben in der Generalversammlung vom 12 Dzbr 1868 beschlossen: Ihnen ihre Anerkennung u. Dankbarkeit auszusprechen, für die Verdienste die Sie sich um den Bregenzerwald, durch Einführung des Gedankens der Bildung eines Käseproduzenten Vereins er­worben.</p> <p>Indem die übereinstimmende Überzeugung dahin ging, daß ohne Ihr unermüdetes Wirken, kein Käsehandlungs-Verein bestehen würde, bin ich beauftragt, Ihnen mitfolgende Uhr als ein Zeichen unserer Dankbarkeit im Namen der Vereinssennerei Platz zu übergeben, welchen Auftrage ich mich hiemit entledige.</p> <p>Bartholomä Meusburger Geschäftsführer</p> </div> <div> </div> Bartholomä Meusbruger Bezau Franz Michael Felder Wed, 15 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 736 at http://felderbriefe.at VON DER M. RIEGER'SCHEN BUCH-, KUNST-, MUSIKALITÄTEN- & PAPIERHANDLUNG AUS LINDAU http://felderbriefe.at/brief/von-der-m-riegerschen-buch-kunst-musikalit%C3%A4ten-papierhandlung-aus-lindau-0 <div><span class="date-display-single">14. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Herr F. M. Felder in Schoppernau</p> <p>empfangen von der</p> <p>M. Rieger'schen Buch-, Kunst-, Musikalitäten- &amp; Papierhandlung</p> <p>(Joh. Thom Stettner)</p> <p>zur Fortsetzung</p> <p>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gartenlaube 69 N 13/15</p> <p>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hempel Bibliothek Lfg 111/113 a 9 fl&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; —27</p> <p>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Einbanddecke zu Hempel</p> <p>N 24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; — 14 Zur gut Abgabe 3 Beischlüsse</p> <p>&nbsp;</p> </div> <div> </div> Matthias Rieger'sche Buch- und Kunsthandlung Lindau Franz Michael Felder Tue, 14 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 478 at http://felderbriefe.at VON RUDOLF HILDEBRAND http://felderbriefe.at/brief/von-rudolf-hildebrand-12 <div><span class="date-display-single">11. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Lieber Freund,</p> <p>Ich darf Dich doch nicht länger ohne Nachricht lassen, daß Dein Leben 1. Band diese Woche aus Bludenz richtig bei mir eingegangen ist; Dein Schwager hatte es übrigens bei mir angemeldet, sodaß ich zugleich die Freude hatte, von ihm einmal etwas an mich gerichtet zu sehen, ich werd ihm auch ein paar Zeilen schreiben.</p> <p>Lesen kann ich freilich an Deinem neuesten opus nur Abends, weil ich bis über die Ohren in den Vorbereitungen zu meinen Vorlesungen stecke, die nächstens beginnen; auch hab ich nur einige Abende frei. So bin ich erst bis ins fünfte Capitel, ich habe es zum Theil in der Familie, unter Karls Anwesenheit, gelesen. Wir sind aber sehr zufrieden damit, es wirkt auf mich sehr angenehm und spannend zugleich. Es ist ein sehr hübscher, epischer Grundton drin, mit einer dahinter­liegenden zuversichtlichen Heiterkeit, wie ich sie noch in keinem Deiner Werke so gefunden habe. Dabei erzeugt das Heranwachsen dieses eigenartigen Geistes eine angenehme, erwartungsvolle Spannung, daß ichs am liebsten in einem Zuge durchlesen möchte. Im Stil find ich den lange ge­wünschten Fortschritt von den Nachwirkungen des Wieland­schen Stils zu wirksamer Einfachheit, die Dir doch im Spre­chen so zu Gebote steht.</p> </div> <div> <p>Hirzeln hab ichs auch schon gesagt, er war freudig überrascht davon, sagte aber sonst nichts weiter von etwaigem Druck, Du kennst ja seine diplomatische Art. Ich habe natürlich auch nichts davon gesagt. Wünschest Dus jetzt gleich gedruckt? Ich fände es schon auch passend.</p> <p>Die Geschichte vom Siegfried ist freilich in dieser mehr schön­geistigen Fassung für eine wissenschaftliche Zeitschrift nicht recht passend, oder vielmehr ich fürchte, Zacher oder Bartsch, wenn ichs ihnen einschickte, würden diese Fassung zu belle­tristisch finden. Kannst Du Dich nicht noch mehr einzelner Züge erinnern? oder sie noch erfragen? Dann würd ich Dich bitten, mir die Sache in einfachstem Erzählerton noch einmal aufzusetzen, oder doch jene Züge zu ergänzen. Mitgetheilt für unsere wissenschaftlichen Kreise muß die Sache jedenfalls werden.</p> <p>Im Eingang Deiner Geschichte hätte ich übrigens eine kurze Schilderung von der Lage Schoppernaus gewünscht wie vu,, den Verhältnissen Eures Ländchens überhaupt, daß der Leser mit einem deutlichen Gefühl von der Entlegenheit und Ver­stecktheit Deiner Heimat an Dein eigenes Werden herange­kommen wäre. Das wäre wol noch nachzuholen. Denn diese Entlegenheit von den Welthändeln und Weltdingen, wie sie dann in der Erzählung von 1848 zu Tage kommt, ist uns hier zu Lande und eigentlich übeiall sich vorzustellen unmöglich. Auch die Einfachheit Eurer Verhältnisse, wie ich sie zu meiner Überraschung auch nach dem was ich schon wußte, bei Euch fand, hätte ich eingehender gezeichnet und z. B. da, wo von Euren Kinderspielen die Rede ist, genauer von deren Einfach­heit geredet, und daß Ihr z.B. keinen Spielball kennt und keine Bleisoldaten, eigentlich auch keine Bilderbücher. Das alles zieht die Leser außerordentlich an, und es hat zugleich Sitten- und culturgeschichtlichen Werth, und aufs Culturge­schichtliche ist gegenwärtig der Sinn gerichtet und wirds im mer mehr. Das alles wäre auch durchaus nicht ohne Bezug auf Dich; denn diese ganz außerordentliche Einfachheit Eures Lebens macht es begreiflicher, wie Dein arbeitsbedürftiger Geist mit den Gegenständen Deiner Heimat bald fertig sein mußte und nun früher als sonst geschehen wäre in die Tiefe und Weite strebte. Auch daß Eure Mundart gar nicht vor­kommt und so wenig von Euren treffenden Redensarten, thut mir leid, das hälfe mit den Hintergrund Deines Denkens zeichnen. Vielleicht ließe sich dergleichen kurzweg in einem Vorwort nachholen, in dem auch die ernste Veranlassung anzugeben wäre, die Dich so früh zur Schilderung Deines Lebens bewogen hat. Und da würde ich auch mit vorbringen, daß Dir über die Einfachheit und Eigenheit Eures Weltdaseins eigentlich erst in der Welt draußen so zu sagen die Augen aufgegangen sind.</p> </div> <div> <p>Doch genug der Ratschläge. Die vorgeschlagenen Titel ge­fallen mir eigentlich alle beide, ich wüßte nicht entschieden zu wählen. Doch das wird sich finden, in solchen Dingen hat Hirzel einen guten Blick. -</p> <p>Also eine namhafte Summe steht Dir von Wien in Aussicht? Nun Gott gebe es, ich würde jubeln, wenns erst richtig wäre. Wegen der Phisharmonika hab ich mich nun an Thieme ge­wendet, der hat glücklich einen Musikalienhändler zum Freunde, und so hoffe ich in meinem nächsten Briefe die gewünschte Auskunft geben zu können. Sie muß doch aber auch im Pierer zu finden sein, den Du von Flügeln hast, hast Du da schon nachgesehen?</p> <p>Ich schicke Dir einen Brief aus Danzig mit, aus dem fernsten Nordosten, der auch von Dir beiläufig handelt. Dr Menge ist Professor an der dortigen Realschule, treuer Anhänger und Stofflieferer für Grimms Wörterbuch und eine der rein­sten Seelen die ich kenne, mit kindlich tiefer Wärme für alles Schöne und Gute.</p> </div> <p>Nun leb wol für dießmal, grüß mir Deine gute Mutter und die Mariann und alle die sich meiner erinnern, ich grüße Dich</p> <p>Dein Rud. Hildebrand.</p> </div> <div> </div> Rudolf Hildebrand Leipzig Franz Michael Felder Sat, 11 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 735 at http://felderbriefe.at VON MARGARETHA FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-margaretha-feuerstein-aus-bezau-0 <div><span class="date-display-single">10. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <div> <p>Verehrter Freund!</p> <p>Der Josef lächelte daß ich mir nicht wollte von ihm das Vergnügen rauben lassen, beiliegendes mir übergebenes Geld 40 fl selbst an Sie zu senden. Es sind Beweise aufrichtiger Theilnahme von meiner Mamma u. den Familien Bayer/:Byr:/ Froschauer, Begg u. Kaiser von Bregenz. Ich werde schon vorläufig bei meiner Mutter u. meiner Freundin der Frau Rittmeister Bayer, durch deren Verwendung bei ihren Eltern, Verwandten u. Bekannten ich dieses Geld erhielt, Ihren Dank abstatten. Wir sind immer im Geiste an Ihrem Krankenbett, u. fühlen nun auch das Unerträgliche der Langsamkeit Ihrer Post. Wie sehr würden wir uns freuen Sie bald wieder bei uns zu haben! Alles Schöne von Josef an Herrn Adjunkt Moosbrugger, u. herzliche</p> <p>Grüße von ihm u. mir an Sie u. Ihre gute Mutter.</p> <p>Mit dem herzlichen Wunsche recht baldiger Genesung</p> <p>Ihre aufrichtige Freundin Margaretha Feuerstein.</p> </div> </div> <div> </div> Margareta Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Fri, 10 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 732 at http://felderbriefe.at VON MARIA ANNA FEUERSTEIN AUS BEZAU http://felderbriefe.at/brief/von-maria-anna-feuerstein-aus-bezau <div><span class="date-display-single">10. April 1869</span></div> <div class="fieldtitle"> <div class="teaser"> <p>Geehrter Hr Felder!</p> <p>Von Ihrem Unwohlsein in Kenntniß gesetzt, u. den herzlichsten Antheil nehmend, erlauben wir uns, da wir Ihnen keine persönli­chen Dienste thun können, beigelegte 5 fl als ein Zeichen der Achtung zu senden, u. bitten es nicht zu verschmähen. Wie würden wir uns freuen wenn wir bald wieder ein gemüthliches Stündchen mit einander verblaudern könnten. Vertrauen Sie auf den Ib. Gott, dem wir Ihre teure Gesundheit in unserm täglichen Gebete anempfehlen. Herzlich grüßt Sie die Ib. Mutter u. Schwester u. mit Achtung</p> <p>M. Anna Feuerstein.</p> </div> <div> </div> Maria Anna Feuerstein Bezau Franz Michael Felder Fri, 10 Apr 2015 07:00:00 +0000 st 733 at http://felderbriefe.at