VON KARL PRÖLL AUS GRAZ

lfndenr: 
493
1. März 1868

Oesterreichische Gartenlaube                        

Lieber Freund!

Ihren freundlichen Brief erhalten. Besten Dank für eine etwaige Uibersendung der Sonderlinge.  Bitte selbe unter der Adresse: „Mandellstrasse, Nro 65". Wenn nicht in unserem Blatte (dazu habe ich so wenig Raum, daß ich mir selben lieber für Ihr neues Werk aufsparen werde) so hoffe ich doch in der Tagespost eine kleine Besprechung durchzubringen, wenn mein College nicht seine kühle Freundlichkeit meinem Wunsche entgegensezt. Haben Sie ihm schon geschrieben? H.  Hügel mitgetheilt; er verspricht nächster Zeit die mir sehr unangenehme Zahlverzögerung zu begleichen; an mir soll es nicht fehlen, Ihre Rechte hier zu vertreten. Bezüglich meiner Stellung zur socialen Frage erlaube ich mir, Ihnen folgende 2 selbständigen Referate(Nro30 u. 35. des L. J.) welche Stellung zur socialen Frage nehmen zu übersenden. Gefallen Sie Ihnen, wollen u. können Sie dieselben mit meinem Namen irgendwo zum neuen Abdrucke bringen, da ich die Ideen keineswegs noch als antiquirt halte. Sonst diene es Ihnen u. Gesinnungsgenossen als der schlichte Ausdruck eines Gleichstrebenden. Herzlichen Gruss von

Ihren treuen Freund K. Pröll