VON JOHANN THOMAS STETTNER AUS LINDAU

lfndenr: 
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6. Mai 1867

Verehrtester Herr u. Freund!

In Folge Ihres Werthen vom 10. vor. Ms. habe ich Hrn. Strobel seine Abreise nicht beeilen lassen. Er ist nun heute fort u. wird in den nächsten Tagen das Vergnügen haben, Sie zu begrü­ßen.

Daß Sie dieses Frühjahr mit Ihrem lieben „Wible" noch früher kommen wollen, freut mich sehr, u. bitte ich nur diesen Vor­satz recht bald auszuführen. Das Wetter scheint jetzt doch endlich einmal sich zum Bessern gekehrt zu haben, u. wird hoffentlich eine Zeitlang gut bleiben. Da sieht sich dann unsere schöne Gegend noch schöner an, u. wir wollen sie jedenfalls bei Ihrem Hieherkommen recht genießen. Ihre „Sonderlinge" sind inzwischen eingetroffen, und von mir bereits an manchen Freund in Vorarlberg vertheilt, auch bereits in der „Landeszeitung" angekündigt. Es sind 2 ganz stattliche Bände, und hoffe ich in nächster Zeit die gehörige Muße zu finden, sie durchzulesen.

Den „Ruf" habe ich voriges Jahr an viele, namentlich österei­chische Handlungen, in Commission verschickt; es kommen jedoch die Ex. so ziemlich alle wieder zurück. Eben so wird es wohl mit der „Klarstellung" gehen. Anonyme Broschüren fin­den eben vielfach keine große Beachtung. Das wird in jedem Falle anders werden, wenn Sie einmal etwas Derartiges unter Ihrem Namen erscheinen lassen. Also auf baldiges Wiedersehen! Einstweilen mit den herzlich­sten Grüßen von uns Allen an Sie u. die lieben Ihrigen Ihr ergebenster

Stettner.